Lehrveranstaltungen im Herbstsemester 2017

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Religionswissenschaftlicher Lehrauftrag der Altertumswissenschaften

Der religionswissenschaftliche Lehrauftrag der Altertumswissenschaften wird im HS 2017 an Katharina Waldner vergeben. Sie unterrichtet ein Seminar unter dem Titel "Die Materialität von (religiösen) Ritualen".

Vorlesung

22756-01: Homers Ilias. Das Epos über Achill und Troia als Beginn der europäischen Literatur 2 KP

Dozent: Prof. Dr. Anton Bierl

Zeit: Di 10.15-12 Uhr

Beginn: 19.9.2017

Ort: Kollegienhaus, Hörsaal 120
 

Homer gilt als der "erste Dichter des Abendlands" (J. Latacz). Gab es diesen Dichter wirklich? Oder steht hinter Homer eine Jahrhunderte alte mündliche Kompositionstradition in Hexametern? Hintergrund der Ilias ist der berühmte trojanische Krieg. Die eigentliche Handlung der Ilias besteht freilich aus einem Groll, der den wichtigsten Krieger Achilleus aufgrund einer ungerechten Behandlung des Heeresoberbefehlshaber Agamemnon befällt. Wegen dieser menis zieht sich Achilleus aus dem Kampfgeschehen zurück, was für die Griechen schlimmste Konsequenzen haben wird. Erst als sein Freund Patroklos, der angesichts der Not eingreift, von Hektors Hand fällt, kehrt Achilleus zurück, um sich an Hektor zu rächen.
Die als zentrale Fach-Vorlesung konzipierte Veranstaltung bietet sich auch als Einführung in die gesamte Gräzistik (als Einführungsmodul zusammen mit dem Einführungskurs) an, da die Ilias der zentrale Text der ganzen griechischen Literatur werden wird. Zunächst geht es allgemein um Homer, Mündlichkeit, das Prinzip mündlicher Komposition, um die homerische Kultur, Religion und Ethik. Im Hauptteil werden dann in einer intensiven Lektüre die Gesamtstruktur und die wichtigsten Textstellen auf der Basis der gewonnenen Interpretationsgrundlagen einer genauen Analyse unterzogen. Im Zentrum steht also die textnahe Interpretation dieses fundamentalen Texts der europäischen Literatur auf der Grundlage der aktuellen Homerforschung.

Literatur:


Text:
Homeri Ilias, I-II, rec. M. West, Stuttgart/München/Leipzig 1998-2000.
Zweisprachig:
Homer. Ilias, übertragen von H. Rupé, München 1961.
Übersetzung:
J. H. Voß, Ilias/Odyssee, München 1971 (Ilias, 1.Ausg. 1793). – W. Schadewaldt, Ilias, Frankfurt 1975.
Kommentar:
Homers Ilias. Gesamtkommentar, hrsg. von A. Bierl und J. Latacz, München 2000ff.; es liegen vor: Prolegomena, Kommentare zu Gesang 1, 2, 3, 6, 14, 16, 18, 19, 24; demnächst zu 4, 7, 22.
Einführende Sekundärliteratur:
I. Morris, B. Powell (Hrsg.), A New Companion to Homer (Mnemosyne, Suppl. 163), Leiden/New York/Köln 1997. – J. Latacz, Homer. Der erste Dichter des Abendlands, Düsseldorf/Zürich 2003. – J. Latacz, Troia und Homer. Der Weg zur Lösung eines alten Rätsels, München/Berlin 2001, überarb. München 2003. – G. A. Seek, Homer. Eine Einführung, Stuttgart 2004. – A. Bierl, New Trends in Homeric Scholarship (NTHS), in: A. Bierl, J. Latacz (Hrsg.) [general editor of the English edition S. D. Olson], Homer’s Iliad. The Basel Commentary (BKE) (transl. by B. W. Millis and S. Strack), vol. I: Prolegomena, Berlin/Boston: Walter de Gruyter 2015, 177–203.

Einführungskurs

38070-01: Das Homerische Epos 3 KP

Dozent: Prof. Dr. Anton Bierl

Zeit: Di 14.15–16.00 Uhr

Beginn: 19.9.2017
Ort: Rosshofgasse (Schnitz) Seminarraum S 184


In didaktischer Verbindung und Abstimmung mit der Vorlesung werden hier ausgewählte Passagen der Ilias gemeinsam intensiv in deutscher Übersetzung gelesen und gedeutet. Zudem wollen wir einen Überblick über die gesamte Gattung des griechischen Epos erarbeiten. Neben der Ilias steht auch die Odyssee auf dem Programm. In Referaten wollen wir Themen auf der Grundlage der Forschung behandeln. Hierbei fliessen literarische, philosophische, philologische, historische und kulturwissenschaftliche Methoden ein. Beachtung finden auch die Rezeption der "menschlich, allzu menschlichen" Stoffe und die Diskussion ihrer Aktualität.
Der neu konzipierte Einführungskurs ist auf ein Jahr angelegt. Im Herbstsemester ist die intensive Unterrichtsphase angelegt. Hier soll zudem in einer Art work-shop mit stark partizipatorischem Charakter eine Einführung in Techniken des literatur– und kulturwissenschaftlichen Arbeitens gegeben werden. Zugleich ist der Einführungskurs damit eine Einführung in die gesamte Griechische Philologie, die in Ausschnitten behandelt wird. Wichtige philologische Techniken, Probleme und Arbeitsgrundlagen der Gräzistik werden vorgestellt und gemeinsam geübt.
Für das Frühlingssemester ist dann das Verfassen eines ca. 5-7 seitigen Essays vorgesehen, der direkt aus der Arbeit im Herbstsemester hervorgeht. Dieser Schreibprozess wird mit wenig Kontaktzeit, mit einer Sitzung zu Beginn und am Ende des Semesters, begleitet.
GräzistInnen haben in Anleitung die Möglichkeit, mit dem Original zu arbeiten.

Literatur:


Text:
Homeri Ilias, I–II, rec. M. West, Stuttgart/München/Leipzig 1998–2000 (nur für Schwerpunktgräzistinnen mit Griechischkenntnissen)
Zweisprachig:
Homer. Ilias, übertragen von H. Rupé, München 1961
Übersetzung:
J. H. Voß, Ilias/Odyssee, München 1971. – W. Schadewaldt, Ilias, Frankfurt 1975, Odyssee; Hamburg 1958.
Einführende Sekundärliteratur:
I. Morris, B. Powell (Hrsg.), A New Companion to Homer (Mnemosyne, Suppl. 163), Leiden/New York/Köln 1997. – J. Latacz, Homer. Der erste Dichter des Abendlands, Düsseldorf/Zürich 42003. – G. A. Seek, Homer. Eine Einführung, Stuttgart 2004.
Allgemeine Einführung in die Gräzistik:
G. Jäger, Einführung in die Klassische Philologie, 3. überarbeitete Auflage, München 1990. – P. Riemer, M. Weißenberger u. B. Zimmermann, Einführung in das Studium der Gräzistik, München 2000.

Proseminar

48579-01: Allzumenschliche Götter: Lukians Götter- und Meergöttergespräche 3 KP

Dozentin: Dr. Valentina Luppi
Zeit: Mi 16:15-18:00 Uhr
Beginn: 20.9.2017
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 184 

Im Kurs werden einige Götter- und Meergöttergespräche und die Mythen, von denen sie sich anregen lassen, betrachtet. Es wird mit besonderer Aufmerksamkeit analysiert, wie Lukian durch die Form des philosophischen Dialogs in einer satirischen Art die traditionellen göttlichen Figuren darstellt, denen er oft männliche Charakterschwächen zuschreibt.

Literatur:

Ein Reader mit den Quellen, die wir betrachten werden, sowie eine Liste der Sekundärliteratur werden am Anfang der Veranstaltung verteilt.

Übung

48596-01: Andokides, "Über die Mysterien" 2 KP

Dozent: Prof. Dr. Andreas Willi

Zeit: Termin wird zu Semesterbeginn mit den InteressentInnen vereinbart; diese sind gebeten, sich bis Semesterbeginn in MOnA einzutragen oder beim Dozenten zu melden (andreas.willi@unibas.ch).
 

Gemeinsame Lektüre und Analyse einer grösseren Gerichtsrede aus dem klassischen Athen, die zugleich einen wichtigen Einblick in die religiöse Welt der Epoche gewährt. Die Veranstaltung bietet auch einen Überblick über die erste Phase der griechischen Rhetorik.

Literatur:


D. M. MacDowell, Andokides: On the Mysteries. Text edited with introduction, commentary and appendixes. Oxford: Clarendon Press, 1989.

48589-01: Textkritik (mit besonderer Berücksichtigung der Homerüberlieferung) 2 KP

Dozent: Prof. Dr. Edzard Visser

Zeit: Blockveranstaltung.


Kurse mit Prüfung

44904-01: Aufbaukurs I - Leichte Lektüre zur Festigung von Syntax und Formenlehre: Sophokles, „Philoktet“ 3 KP

Dozent: Dr. Rolf Coray

Zeit: Fr 14.15-16.00 Uhr

Beginn: 22.09.2017

Ort: Rosshofgasse (Schnitz) Seminarraum S 183


Noch bevor die Belagerung Troias losgeht, lassen die Griechen ihren besten Bogenschützen auf der Insel Lemnos zurück, weil seine Schmerzensschreie nicht auszuhalten sind, seit er von einer Schlange gebissen wurde. Im zehnten Kriegsjahr merken sie, dass sie seine speziellen Waffen dringend benötigen. Odysseus, der bei der Aussetzung eine unrühmliche Rolle gespielt hatte, und der Achilleus-Sohn Neoptolemos sollen sie zurückholen. Odysseus plant eine perfide Intrige, an der Neoptolemos beinahe zerbricht. - Im Alter von fast 90 Jahren hat Sophokles mit diesem Meisterstück, wo Orientierung am Erfolg (Odysseus), Ehrlichkeit und Egoismus (Philoktet) und Mitgefühl und Rechtsempfinden (Neoptolemos) aufeinander prallen, noch einmal einen ersten Preis gewonnen.

Literatur:

Den Text (Auswahl) und weitere Unterlagen finden Sie auf ADAM bereitgestellt. - Sie können mit jeder Sophokles-Ausgabe arbeiten, interessante Übersetzungen finden Sie bei Reclam, Kröner, Suhrkamp oder Artemis & Winkler (letzteres zweisprachig, aber nicht ganz billig).

10889-01 - Kurs mit Prüfung: Griechische Stilübungen I 3 KP

Dozentin: Christine Luz Martin
Zeit: Mo 14:15-16:00 Uhr
Beginn: 18.9.2017
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 183

Repetition Formenlehre und Syntax.

Literatur:

Bornemann/Risch: Griechische Grammatik (2. Aufl.), Frankfurt a. M. 1978 u.ö.; Menge/Thierfelder/Wiesner: Repetitorium der griech. Syntax, 10. erw. Aufl. Darmstadt 1999; Meyer/Steinthal: Grund- und Aufbauwortschatz Griechisch, Stuttgart 1973 u.ö.

Seminar

48583-01: Homer, Ilias: Zwischen Oral Poetry und Narratologie (mit bes. Berücksichtigung von Gesang 1, 9, 10, 14 und 24) 3 KP

Dozent: Prof. Dr. Anton Bierl

Zeit: Mo 12.15-14.00 Uhr

Beginn: 18.9.2017

Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 183
 

Im Seminar soll in einer intensiven Lektüre die Ilias anhand wichtiger Textpassagen in zentralen Gesängen auch in ihrer Gesamtstruktur besprochen werden. Ziel ist die intensive philologisch-kritische Lektüre und die literatur- und kulturwissenschaftliche Deutung auf der Basis der modernen Homerforschung: Dabei stehen die homerische Kunstsprache, die Oral-Poetry, die moderne Narratologie im Zentrum.
Gesang 1 führt in den Konflikt ein, Gesang 9 bildet die berühmte Gesandtschaft zu Achill. Die als unecht geltende Dolonie (10) bietet besondere interpretatorische Herausforderungen. Die reizvolle Täuschung des Zeus beschäftigt uns in Gesang 14. Und in Gesang 24 wird Hermes als Begleiter des gefährlichen Gangs des Priamos und die Figur des Achill in den Blick genommen.
Die Auswahl wird zudem durch die Basler Kommentierungsarbeit bestimmt. Bis dahin sind die Kommentare zu den Gesängen 1, 2, 3, 6, 14, 16, 18, 19, 24 erschienen. Einblicke in die Kommentierungspraxis ergänzen das Angebot.

Literatur:

Text:
Homeri Ilias, I–II, rec. M. West, Stuttgart/München/Leipzig 1998–2000
Kommentar:
Homers Ilias. Gesamtkommentar, hrsg. von A. Bierl und J. Latacz, München 2000ff.; es liegen vor: Prolegomena, Kommentare zu Gesang 1, 2, 3, 6, 14, 16, 18, 19, 24; demnächst zu 4, 7, 22. Zu 9 und 22 in Vorbereitung. – Dué, C., Ebbott, M, Iliad 10 and the Poetics of Ambush: A Multitext Edition with Essays and Commentary. Cambridge, MA. 2010.
Einführende Sekundärliteratur:
I. Morris, B. Powell (Hrsg.), A New Companion to Homer (Mnemosyne, Suppl. 163), Leiden/New York/Köln 1997. – A. Bierl, Orality, Fluid Textualization and Interweaving Themes: Some Remarks on the Doloneia: Magical Horses from Night to Light and Death to Life”, in: F. Montanari, A. Rengakos, C. Tsagalis (ed.), Homeric Contexts: Neoanalysis and the Interpretation of Oral Poetry (Trends in Classics, Suppl. 12), Berlin/Boston: De Gruyter 2012, 133–174. – Homeric Poetics in Keywords (P) und New Trends in Homeric Scholarship (NTHS), in: A. Bierl, J. Latacz (Hrsg.) [general editor of the English edition S. D. Olson], Homer’s Iliad. The Basel Commentary (BKE) (transl. by B. W. Millis and S. Strack), vol. I: Prolegomena, Berlin/Boston: Walter de Gruyter 2015, 164–176 und 177–203.

Kolloquium

48627-01 - Kolloquium: Probleme zur gräzistischen Forschung 3 KP

Dozent: Prof. Dr. Anton Bierl

Termine: Mi, 20.09.2017 18:15-20.00 Uhr. Weitere Termine werden bekannt gegeben.

Beginn: 20.09.2017

Ort: Rosshof, Tagungsraum 306


Es besteht hier die Möglichkeit, gräzistische Projekte zum BA, MA-Arbeiten gemeinsam intensiv zu diskutieren. Ferner können sich interessante Forschungsnetzwerke entwickeln. Basler Interessenten mögen dann bei mir ein Referat anmelden, das mit den Studierenden von Zürich oder Freiburg oder unter uns vorgestellt wird.

Zudem werden Gastvorlesungen besucht und nachbesprochen.

In den ersten Stunden wird intensiv die Technik des Verfassens einer wiss. Arbeit vorgestellt. Zudem werden wir die Übung gemeinsam planen und die Interessenschwerpunkte festlegen. Das Kolloquium ist als work-shop angelegt und stark partizipativ.